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Stockholm: Ein City-Guide von Jugendlichen aus Dinslaken

Ein Trip nach Stockholm. Unser Redaktionsteammitglied Tessa berichtet von ihrem Trip nach Stockholm und gibt hilfreiche Tipps für Eure Reiseplanungen.

 

Gerade 18 geworden haben meine Freundin Helen und ich uns entschieden, dass wir gerne auch mal ohne unsere Eltern in den Urlaub fahren wollen. Da gibt es für unser Alter natürlich viele Möglichkeiten, aber wenn dann die beliebte Erstwahl Lloret de Mar doch nicht ganz der Geschmack ist, muss man sich selbst was überlegen. So haben wir uns stattdessen entschieden, in eine europäische Stadt zu reisen. Die Wahl fiel auf die schwedische Hauptstadt Stockholm, welche uns mit ihrem skandinavischen Charm und billigen Flugpreisen lockte.

Für andere, die auch mal einfach mit Freunden wegwollen, habe ich unsere Erfahrungen zusammengetragen und einen kurzen City-Guide für Jugendliche in Stockholm erstellt.

Transfer 

Einer der Hauptgründe warum wir uns für Stockholm entschieden haben, waren die billig angebotenen Flüge. Für 26,99€ hin und 16,99€ zurück sind wir mit RyanAir von Düsseldorf Weeze nach Stockholm Skavsta und zurück geflogen. Vom Flughafen aus haben wir einen Shuttlebus in die Stadt genommen, der einen direkt im City Center rausgelassen hat. Die Fahrt war zwar 90 Minuten lang, aber bei den 13,90€ für Erwachsene und 11,90€ für Jugendliche pro Fahrt war im Bus auch das schnellste W-Lan des gesamten Wochenendes vorhanden.

In der Stadt haben wir uns für 20€ pro Person ein drei Tages Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel gekauft. Der Preis ist für Schüler und Studenten, nach einem Schülerausweis wurden wir aber nicht gefragt. Die Stockholmer Metro ist nicht nur der effektivste Weg durch die Stadt zu kommen, sondern jede Metro Station ist auch wie ein mini Modern Art Museum voll mit Kunst.

 

Unterkunft

Statt einem Hostel entschieden wir uns, in einer auf airbnb.de gemieteten Wohnung unterzukommen. Dabei nahmen wir in Kauf etwas mehr zu bezahlen und dafür direkt in der Innenstadt zu wohnen, nur eine Metro Station vom Hauptbahnhof entfernt. Dies war nicht nur zeitsparend und gemütlicher, sondern gab uns auch die Möglichkeit täglich zum Abendessen nach Hause zu kommen und zu kochen, was das in die Wohnung investierte Geld auf jeden Fall wieder rausholte. In unserem kleinen Studio Apartment in einem Studentenheim fühlten wir uns auch viel mehr in der Stadt als wir das in einem billigeren Zimmer abseits hätten. Für drei Tage bezahlten wir zusammen 220€. Wenn man sich für das Buchen einer Wohnung entscheidet: Je früher desto besser, wenn man zu lange wartet sind die besten Wohnungen vielleicht schon weg. Das gesagt: Wir haben einen Monat vor Reisetermin erst gebucht und hatten trotzdem einige Wohnungen zur Auswahl.

Geld

Stockholm ist teuer. Super teuer. Direkt am Hauptbahnhof haben wir das gemerkt, als wir uns einen kleinen Snack kaufen wollten und selbst im zweiten Café in dem wir waren es nichts billigeres gab als die 7€ Wraps. Wir haben während unserem Trip unglaublich viel Geld dadurch gespart, zuhause Abend zu essen und uns morgens Lunchpakete für den Tag einzupacken.

In Stockholm bezahlt man in Schwedischen Kronen, also würde ich jedem empfehlen, schon vorher eine Umrechnung App herunterzuladen. Meine Empfehlung: ‘Go! Currency’. Die App ist komplett kostenfrei und leicht zu bedienen. Grundsätzlich ist der Kurs von Kronen zu Euro aber sehr leicht, 10 Kronen sind im Moment beinahe exact 1€.

Obwohl man in Kronen zahlt, lohnt sich das Tauschen von Geld nicht. In Stockholm gibt es mehr Orte, wo man nur mit Karte zahlen kann als andersrum. Und eine EC oder VISA Karte ist essenziell – sonst kommt man nicht mal vom Flughafen in die Stadt.

Kultur 

Während unseren zwei ganzen Tagen waren Helen und ich in mehreren Museen. Ein absolutes Highlight war das Skansen Museum. Das Skansen liegt ein bisschen außerhalb der Stadt und ist als das erste Freilichtmuseum der Welt komplett draußen. Es gibt dort nicht nur eine originale schwedische Stadt aus dem 16. Jahrhundert mit Schauspielern, die einem mehr über die Kultur von damals erzählen, sondern es ist auch ein Zoo mit über 300 Tieren (inklusive dem unbestritten besten Tier der Welt: dem Otter).

Ein anderes Museum, das wir besichtigten war das Moderna Museet, dem Museum für Moderne Kunst. Während es dort Ausstellungen gibt, die Geld kosten, ist der Hauptteil des Museums für die Öffentlichkeit umsonst zugänglich, in welchem man sich unter anderem Werke von Picasso, Miro, Matisse und Rauschenberg angucken kann.

Ein weiteres Museum, das wir besichtigten war die Fotografiska, Stockholms berühmtes Fotografie-Museum. Für etwa 13€ hatten wir dort Zutritt zu allen Ausstellungen im Museum, einen öffentlich frei-zugänglichen Teil gab es nicht. In dem Museum gibt es eine Reihe von Fotografie-Ausstellungen und Kollektionen von verschiedenen Kunst-Fotografen. Während das Museum Helen unglaublich gut gefallen hat, hielt ich es für unaufregend und seinem Ruf nicht gerecht werdend, aber das hängt davon ab, wie sehr man Kunst-Fotografie mag.

Nachtleben

Feiern ist für junge Leute in Stockholm eher schwer. Zwar ist das legale Alter für Alkoholkonsum 18 Jahre, aber da die meisten Schweden wirklich erst in dem Alter anfangen zu trinken, behalten die meisten Bars und Clubs sich vor, trotzdem erst über 20 Jährigen den Zutritt zu gewähren und kontrollieren konsequent. Kommt man jedoch in eine Bar, darf man dort alles trinken, was man will. Regulär kann man hochprozentigen Alkohol (alles über 3,5%) erst in vom Staat regulierten Fachgeschäften ab 20 kaufen.

Wir hatten insgesamt einen super tollen Trip nach Stockholm. Die Stadt ist wunderschön und vielseitig und ich würde sie allen als Reiseziel empfehlen, die gerne für ein paar Tage in eine andere Stadt reisen würden. Alle Leute, die wir getroffen haben – in der Bahn, auf der Straße, in Cafés – waren unglaublich freundlich und gesprächsbereit. Zurück will ich definitiv nochmal: Das nächste Mal dann alt genug, um überall reinzukommen, und mit genug Zeit, um auch das ABBA-Museum zu besichtigen.

(Text: Tessa Sählbrandt Bilder: privat)

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