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Portraitfotografie – Was man darüber wissen sollte

Fotograf & Subjekt: Unbekannt

Vor ungefähr 2 Jahren habe ich mit der Fotografie angefangen und bin voller Begeisterung in die Königsdisziplin unter den Fotografen eingestiegen: der Portraitfotografie.

Hierbei kommt es nicht nur auf die Geschicklichkeit des Fotografen selbst an, sondern auch auf die optimalen Posen des Fotografierten und im richtigen Moment abzudrücken. Man versucht den Menschen mal sehr interessant und posend dastehen zu lassen oder auch ängstlich und bedrohlich. Portraits werden keine Grenzen gesetzt.

Ich werde nun einige Tipps zur Portraitfotografie geben, die dir demnächst beim Shooting helfen könnten. Ich selbst bin noch am experimentieren und offen für viel Neues.

Fotograf: Eray Tonks; Subjekt: Moses Dell’Anna

Für Portraitfotografie eignet sich am besten das Natur-Licht. Suche im Freien einen Hintergrund, der dir gut gefällt und das Licht optimal ist. Vermeide ungünstige Schatten. Licht und Schatten sind deine Freunde, also nutze sie gekonnt aus. Du kannst Gesichtszüge betonen, Augen zum Vorschein bringen und mit Kontrasten spielen.
Ich bevorzuge für meine Portraits Mauerwände, weiße Wände oder Pflanzen im Hintergrund.

Zudem stelle ich die selektive Lichtmessung ein, damit das Gesicht gut (und richtig) belichtet wird. Wichtig ist die Augenpartie, denn als Betrachtet fällt der Blick zuerst auf diese Partie. Denk also daran diese Gesichtzone scharfzustellen und die Fokusfelder zu aktivieren. Wer mit der Blende etwas rumhantiert, dem ist bestimmt aufgefallen, dass die Hintergrundschärfe sich je nach Einstellung ändert. Diesen Effekt nennt man auch „Bokeh“. Geeignet ist hier der Bereich von 2,0 bis 4,0. Bevor du anfängst Fotos zu schießen, solltest du dir Gedanken machen, wie du überhaupt die Portraits gestalten möchtest. Sehr wichtig ist die Atmosphäre, die Umgebung, sowie das Licht. Welcher Hintergrund ist geeignet? Wie steht die Sonne und wo ist dementsprechend ein guter Schattenplatz? Hier ein Beispiel eines unserer Redaktionsmitglieder, Moses:

Fotograf: Eray Tonks; Subjekt: Moses Dell’Anna

Solche Fragen sollten geklärt werden, bevor du loslegst mit der Fotografie. Dabei ist ein stringentes Arbeiten gefragt. Gedankliche Prozesse, wie zum Beispiel Motive oder Posen im Kopf zu haben ist von Bedeutung, denn so kannst du deine Konzentration dem Model zuwenden. Halte dich aber nicht an zu starren Regeln fest. Die Portraitfotografie lebt davon, dass unkonventionelle Fotos geschossen werden. Zoome nah an das Gesicht des Models, wähle nur einen kleinen Ausschnitt, der die Augen umfasst. Schieße ruhig einige Bilder mit niedriger oder hoher Belichtungszeit, du wirst dabei ganz andere Wirkungen erzeugen können. Wie wir schon wissen, spielt die Location eine große Rolle. Auch wenn das Model im Mittelpunkt steht, ist die Umgebung entscheidend, dem Bild ein passendes Ambiente zu verleihen. Mach dir auch dabei vorher Gedanken, welcher Ort in deiner Stadt oder Region dein Interesse geweckt hat. Lost-Places, Graffitiwände oder ganz einfach eine dreckige weiße Wand können ein Flair vom sogenannten „Grunge-Look“ abgeben. Nicht zu vergessen: Requisiten!
Requisiten können ebenfalls mit dem Model zusammen einen ganz bestimmt Eindruck hinterlassen. Beliebt sind Rosen oder andere Blumen in der Hand des Models, Vintage-Sonnenbrillen oder ein altmodischer Gartenstuhl, auf dem sich das Model lässig daraufsetzen kann.

Fotograf & Subjekt: unbekannt

Fotograf: Rakicevic Nenad; Subjekt: Unbekannt

 

 

 

 

 

 

 

Wenn du mit unerfahrenen Models arbeitest, solltest du am Anfang ein paar einfache Posen austesten und dich dann auf die Zielpose heranarbeiten. Drückst du deinem kleinen Nachbarsjungen einen Luftballon in die Hand, wirst du später lachende Kinderaufnahmen schießen.

Tausche dich mit der fotografierten Person aus, dirigiere sie und helfe ihr, Posen schöner und leichter darzustellen.
Wenn du deine Vorbereitungen abgeschlossen hast, kann es losgehen!

Ich schieße mit einer Brennweite von 18mm bis 140mm. Dies hat den Vorteil, dass man dem Model nicht zu nah auf den Leib rücken muss. Viel wichtiger ist jedoch, dass die Brennweite die Proportionen am besten wiedergeben. Mit einem Teleobjektiv können Nase oder Mund zu groß auf dem Bildschirm erscheinen, welches aber auch für bestimmte Effekte genutzt werden kann.
Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen und dich sowohl inspirieren als auch motivieren mal etwas verschiedenere Portraits zu schießen.

(Text: Eray Tonk; Fotos: Eray Tonk, Rakicevic Nenad, Unbekannt)

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