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Moses Sagt!: Konsumgesellschaft – Themenwoche Minimalismus

Auch Moses aus unserem Redaktionsteam hat sich mit Minimalismus auseinandergesetzt. Sein Kommentar zur Konsumgesellschaft ist der Auftakt seiner neuen Kolumne: Moses Sagt!

 Wir alle tun es. Wir alle machen uns dessen schuldig: Konsum. Und das im Überfluss.
Nun gut, alle bis auf diesen letzten Eremiten, der sich im Wohnungswald unserer Gesellschaft des sinnlosen Massenkonsums entzieht.
Gäbe es ihn, diesen Eremiten, diesen Protestanten in Lendenschurz, wäre er mein Held. Denn er ist in überspitzter Form genau das, was wir brauchen. Einer der vorangeht ,über das kritische Reden schwingen hinaus. Einer, der nicht nur von der Revolution predigt, sondern sie lebt. Denn für mich ist eines klar: Wir alle wissen, wenn wir so weiter machen wie bisher, dann geht es alles andere als gut aus.
Nur ungern erwähne ich hier die uns schon aus den Ohren hängenden Probleme der Welt: Natürlich ganz weit vorne der Klimawandel, der von der gnadenlosen Maschinerie der unersättlichen Gesellschaft der industriellen Massenproduktion angefacht wird. Doch auch die Kluft zwischen arm und reich wird immer größer und zu einem immer größer werdenden Problem, sei es nun innerhalb Deutschlands, wo sich die Postbotin oder der Krankenpfleger mit Nebenjobs über die Runden kommen müssen, um ihre Kleinfamilie durchbringen zu können oder im Ausland, wo die Menschen und leider auch die Kinder, die unsere Kleidung herstellen, dies unter menschenunwürdigen Zuständen für einen Hungerlohn tun müssen, nur damit wir ein verächtlich günstiges und wahnwitzig großes Sortiment an Produkten haben können, das unserem Konsumverhalten gerecht wird.
Aus diesen und tausend Gründen mehr wünsche ich mir jenen Helden, der es schafft, die Massen zu bewegen und zum Handeln zu bringen. Denn wie schon erwähnt: Wir alle wissen, dass es falsch ist, wir alle wissen, dass es so nicht weiter gehen kann, und ich glaube, wir alle wollen das auch nicht. Niemand will Glyphosat verseuchte Felder, niemand will, dass an seiner Kleidung die Tränen verzweifelter Kinder hängen, niemand will eine Regierung vom Geldgier des Kapitalismus getrieben und von Lobbyisten der Großkonzerne korrumpiert, die sich nichts aus Menschen, deren Gesundheit und Wohlbefinden, nichts aus Moral und Gerechtigkeit machen.
Und dennoch sitzt halb Deutschland vor dem Medium seiner Wahl, um sich in leichter Form verpackt während der Heute Show, dem Neo Magazin Royale oder einem von LeFloid‘s YouTube Videos die neusten Probleme der Welt erklären zu lassen. Und da diese sich aufregen, regen wir uns auch auf und damit haben wir unsere Pflicht auch schon erfüllt. Das ist der Beitrag, den noch jeder bereit ist zu leisten. Doch darüber hinaus engagieren sich die Wenigsten. Wie auch, wenn wir in dem Glauben leben ,dass wir, die kleinen Bürger, nichts verändern können.
Nun, die Wahrheit ist, wir leben gerne in diesem Glauben, da er uns die Verantwortung und die Mitschuld am Leid dieser Welt nimmt. Aber er nimmt noch viel mehr: Unsere Macht. Die Macht, die ein jeder Mensch in sich trägt, die Macht, die Welt aktiv zu verändern. Es ist an der Zeit, diese vergessene Macht zu nutzen und zwar bevor es zu spät ist. Wir alle tragen die Verantwortung, dass diese Welt nach uns besser und nicht schlechter ist. Wir alle tragen die Verantwortung für uns selbst, aber auch für spätere Generationen. Wie schon „Die Ärzte“ sagten: „Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur Deine Schuld, wenn Sie so bleibt.“
Der ewige und sinnlose Konsum erfüllt unsere Leben sowieso nicht, also tun wir uns selbst einen Gefallen und verleihen unseren Leben etwas Bedeutung, indem wir bewusst nachhaltig und gerecht leben.
Nur ist das leider nicht immer sehr einfach. Nicht jeder kann sich Bio-Produkte oder Fair gehandelte Kleidung leisten. Nicht jeder ist sich bewusst, dass auch das alleine nicht ausreicht. Wir müssen selbst aktiv werden. Demonstrierend für unsere und auch anderer Rechte einstehen. Wir dürfen uns diesen Verbrechen an der Menschheit nicht länger beugen. Wenn die Würde des Menschen unantastbar ist und unsere Regierung im Sinne des Volkes handeln muss, warum darf mein Essen dann krebserregend sein? Warum produzieren dann Kinder die Kleider, die ich am Leibe trage? Warum können dann Menschen nicht mehr von ihrer Rente leben? Und jetzt frage ich Sie: Warum lassen wir uns das gefallen? Werden Sie zum stillen Rebellen, zum träumenden Visionär, zum lauten Protestanten. Werden sie zu dem Helden, den ihre Familie, ihre Stadt, ihr Land, ja die Welt so dringend nötig hat.
(Text: Moses Del Ana Logo: Eray Tonk)

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