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Der Name des Windes von Patrick Rothfuss – Buchrezension

Ich habe schon viele Geschichte gelesen, in denen arme Waisen in einer mittelalterlichen Welt Abenteuer erleben. Aber keine hat mich so gerührt und gefesselt wie das Leben von Kvothe, der seine Eltern als Junge verliert und sein Leben in der Welt von Patrick Rothfuss bestreitet. Mit seinem ersten Roman „Der Name des Windes“ hat der Autor eine lebendige, bunte Welt erfunden, in der ich am liebsten gleich selbst leben würde.

Die Geschichte beginnt mit dem Chronisten Devan Lochees, der auf der Straße überfallen wird und den Helden des Buches kennenlernt. Kvothe ist eine Legende, ein Krieger und Held, der angeblich in einer großen Schlacht gestorben ist, und lebt er jetzt als Besitzer einer Herberge in einem Dorf, das abseits der Zivilisation liegt. Der Chronist sieht aber nicht nur den abgekämpften Wirt in ihm, wie die anderen Dorfbewohner es tun. Er erkennt den Helden seiner Kindheit und beschließt, dessen selbst erzählte Lebensgeschichte niederzuschreiben.

Der Roman ist in zwei Zeitsträngen geschrieben. In der Rahmenhandlung erzählt Kvothe an einem Tag in dem Gasthaus von den ersten Jahren seines Lebens. Am Ende des Buches hat er schon unglaublich viel erlebt und ist erst 15 Jahre alt. Er wächst als einer der Edema Ruh, die als reisende Gaukler bekannt sind. Von seinem Vater lernt er, Laute zu spielen, Lieder zu schreiben und jede beliebige Rolle zu spielen, und ein mitfahrender Arkanist fängt an, ihn im Praktizieren von Magie zu unterweisen. Seine liebevolle Umgebung und Kindheit wird plötzliche zerstört und er beginnt ein Leben voller Schwierigkeiten und Gefahren. Sein Ziel – die berühmte Universität. Dort wird er schnell bekannt durch seine Intelligenz, sein Talent für Magie und seine Neigung, Regeln zu brechen und sich Feinde zu machen.

Die Welt, die Patrick Rothfuss erfunden hat, ist so bunt und voller Gegensätze wie die Figuren, auf die Kvothe in seinem Leben trifft. Man kann die Großstadt Tarbean beim Lesen vor sich sehen und die erhabene Atmosphäre der Universität fühlen. Vor allem die Freunde, die Kvothe dort kennenlernt, sind sehr vielseitig und komplex. Dadurch wirken sie echt und man lernt die Personen beim Lesen sehr gut kennen. Ein wichtiges Thema, das immer wieder eine Rolle spielt, sind kulturelle Unterschiede und Vorurteile, die daraus entstehen können. Gerade die Schüler der Universität kommen aus vielen verschiedenen Situationen und kulturellen Hintergründen, was immer einen Einfluss auf ihr Handeln hat.

Das Buch selber hat viele verschiedene Stimmungen, obwohl immer ein tragischer Unterton mitschwingt, wie ein Sehnen nach der Vergangenheit. Schließlich hat Kvothe alles, von dem er erzählt, verloren und bedauert selber seinen jetzigen Zustand. Trotzdem kann man als Leser immer mal wieder lachen und die Stimmung wird durch seine eigenen Kommentare aufgelockert. Er erzählt seine Geschichte schließlich selber, schmückt viel aus und gibt selber immer wieder zu, wie unwissend er als Junge war und welche Dummheiten er angestellt hat.

Man kann beim Lesen in eine ganz andere Welt abtaucht und auch mal längere Landschafts- oder Ortsbeschreibungen genießen. Die Charaktere sind vom Anfang an sehr real und (manchmal auch weniger) symphatisch. Vor allem aber hat mich Patrick Rothfuss` Stil begeistert. Er hat eine sehr lyrische Erzählweise, die Geschichte nimmt immer mal wieder überraschende Wendungen und ist sehr abwechslungsreich in der Handlung und Sprache.

Ich kann das Buch „Der Name des Windes“ jedem empfehlen, der gerne fantastische Geschichten liest, voll von ganz alltäglichen Problemen in einer fremden Welt, mit geheimnisvollen Verbündeten, treuen Freunden und erbitterten Feinden, alten Prophezeiungen und einem einsamen und tragischen Helden.

(Text: Katharina Schwerdt)

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