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CDU und Freibadverein Dinslaken kritisieren Bäderkonzept

Die Verwaltung schlägt vor, zwei Becken ans Dinamare anzubauen und das Freibad Hiesfeld zu sanieren. Der Vorschlag geht manchen nicht weit genug.

Das Freibad Hiesfeld sanieren und das Dinamare erweitern – das schlägt die Stadtverwaltung zur Zukunft der Bäderlandschaft in Dinslaken vor. Am 21. Februar (18.30 Uhr, Rahaus) soll der Sportausschuss darüber in einer Sondersitzung diskutieren. Widerstand regt sich schon jetzt: Die DinBad – als Betreiber der Dinslakener Bäder – sieht den Erhalt des Freibades in Hiesfeld kritisch. Die CDU will dem Vorschlag der Verwaltung nicht zustimmen. Ebenso wie die Sportvereine hatten die Christdemokraten ein 25-Meter-Becken am Dinamare favorisiert. Auch der Freibadverein ist nicht glücklich mit der Lösung.

Verwaltung stellt fünf Varianten vor

Fünf Varianten stellt die Verwaltung in der Vorlage für die Politik vor. Die von der Stadt bevorzugte Verwaltungs- Variante 5 schlägt vor: Auf dem Gelände des Dinamare – an der Parkplatzseite und neben dem bestehenden Lehrschwimmbecken zur Liegewiese hin – sollen zwei 10 mal 10 Meter große Lehrschwimmbecken mit Hubboden entstehen, in dem Kurse stattfinden können. Dazu sollen neue Vereinsräume entstehen. Kosten: 5,9 Millionen Euro. Das bestehende 10 mal 16 Meter große Lehrschwimmbecken soll der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Vereine sollen außerhalb der Ferien weiter vier Bahnen des großen Beckens belegen. Während der Ferien konnten sie bisher nicht trainieren. Künftig werden für sie auch dann – außer Sommerferien – drei Bahnen reserviert

33-Meter-Edelstahlbecken für Hiesfeld

In Hiesfeld soll das Freibad saniert werden. Hier soll ein Edelstahlbecken in der bisherigen Größe – 33 mal 20 Meter – entstehen. Kosten: 3,1 Millionen Euro. Die vom Freibadverein gewünschte Traglufthalle ist nicht vorgesehen.

Das Lehrschwimmbecken an der Bismarckstraße soll zur Turnhalle umgebaut werden. Kosten: rund 9,8 Millionen Euro. Den Löwenanteil der Kosten – Ausbau Dinamare und Sanierung Hiesfeld für 9 Millionen Euro – sollen die Stadtwerke übernehmen. Bei der von der Verwaltung vorgeschlagenen Variante würde das Betriebsergebnis der Stadwerke – unter Berücksichtigung von Verlustverrechnungsmöglichkeiten – mit 500 000 Euro belasten. Das soll sich aber nicht auf die jährliche Gewinn-Ausschüttung der Stadtwerke von etwa neun Millionen an die Stadt auswirken, habe man mit der Geschäftsführung der Stadtwerke vereinbart. Bisher habe es häufig sogar höhere Ausschüttungen gegeben – daraus sollen die Stadtwerke den künftigen Mehraufaufwand bestreiten.

Die Din-Bad hat sich gegen die Sanierung des Freibades ausgesprochen: Durch die getrennten Standorte seien gegenüber einem Kombibad höhere Kosten zu erwarten.

Das sind die weiteren Varianten

Die weiteren möglichen Varianten zur Bäderlandschaft sind:

Die ganz große Lösung – Variante 2 (13,2 Millionen Euro) sieht ein weiteres 25-Meter-Becken, zwei 10-mal-10-Meter-Lehrschwimmbecken mit Hubboden, neue Vereinsräume am Dinamare und die Sanierung des Freibades Hiesfeld vor. Einer der Vorteile: Die Vereine können ganzjährig trainieren. Allerdings bezweifelt Din-Bad, dass ein 25-Meter-Becken selbst bei steigenden Besucherzahlen ausgelastet wäre. Und der Platz für eine künftige Saunalandschaft wäre verbaut – diese Option will die Verwaltung sich offen halten.

Die große Lösung Variante 1 (12,2 Millionen Euro) sieht ebenfalls das 25-Meter-Becken und Vereinsräume am Dinamare sowie die Sanierung in Hiesfeld vor, statt der beiden kleinen Lehrschwimmbecken aber ein 10 mal 16 Meter großes mit Hubboden. Nachteil laut Stadt u.a.: Das jetzige Lehrschwimmbecken müsse die Kapazitäten des Beckens an der Bismarckstraße aufnehmen, sei also für die Öffentlichkeit nicht immer offen.

Die Kombibad-Lösung Variante 3 (8,02 Millionen Euro) sieht statt der Sanierung des Freibades Hiesfeld den Bau eines Außenbeckens am Dinamare vor (2,5 Millionen) vor. Außerdem: zwei kleine Lehrschwimmbecken mit Hubboden, kein 25-Meter-Becken. Nachteil laut Stadt: In der Nebensaison stünden der Öffentlichkeit weiter nur zwei Bahnen zur Verfügung.

Die kleine Lösung – Variante 4 (4,1 Millionen Euro): Ein 10 mal 16 Meter großes Lehrschwimmbecken am Dinamare mit Hubboden.

Stimmen zum Verwaltungsvorschlag

Während Heinz Brücker für die UBV Zustimmung signalisierte, übte CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz Wansing Kritik: „Das ist keine Lösung für alle Bürger“. Der Vorschlag orientiere sich an den Wünschen der Hiesfelder, nicht der ganzen Stadt. Die CDU hatte den Anbau eines 25-Meter-Beckens sowie zweier Lehrschwimmbecken und die Aufgabe des Freibads gefordert. Das koste dasselbe wie der Verwaltungsvorschlag, diene aber der ganzen Bevölkerung.

Gerd Baßfeld für die Linke begrüßt zwar den Erhalt des Freibades – mit einer neuen Filteranlage sei dies aber schneller und preiswerter gewesen, findet er. „Ein 25-Meter-Becken wäre schon schön“, meint er mit Blick aufs Dinamare – das Einverständnis der Vereine müsse eingeholt werden.

„Eine Lösung, die keine Lösung ist“ – so kommentierte Thomas Giezek, Vorsitzender des Freibadvereins, den Vorschlag. Ein 33-Meter-Becken mache keinen Sinn, dort könne niemand trainieren. Der Verein hatte sich ein 50-Meter-Becken gewünscht.

Die Sportvereine waren zwar von der Verwaltung eingebunden worden, ein Teil ihrer Vorschläge wurde auch berücksichtigt. Ende der Woche wollen sich die Vertreter zusammensetzen. Auch die SPD will sich noch abstimmen.

Anja Hasenjürgen – Quelle: NRZ