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An Irish Christmas – Weihnachten im Ausland

Katharina, Franka und Laura aus unserem Redaktionsteam haben alle ein Auslandsjahr gemacht. In den letzten Tagen haben uns Franka und Katharina erzählt, wie man eigentlich in Chile und den USA Weihnachten feiert. Heute erfahren wir von Laura, wie das in Irland so ist.

Während meines Auslandsjahr in Irland 2015/16 war ich natürlich auch bei einem irischen Weihnachten dabei. Hier sei allerdings angemerkt, dass das Weihnachten das ich erlebt habe, natürlich nicht als Standard für alle Familien in Irland gilt.

In der Vorweihnachtszeit beinhaltet Weihnachten in Irland genauso einen Adventskalender und Nikolaus wie hier in Deutschland. An Nikolaus hängt man die sogenannten “Stockings” (Strümpfe) auf und erhält sie meist mit Cadbury Chocolate gefüllt zurück. Manchmal aber auch andere Kleinigkeiten wie z.B. Socken, etc.

Auch geschmückt wird viel und gerne, genauso wie hier, weshalb auch die Häuser und Städte während der Weihnachtszeit wirklich viel weihnachtliches Flair ausstrahlen. Allseits beliebten sind auch die traditionellen schönen, oder meist eher gewollt hässlichen, Weihnachtspullis. Von denen ich mir natürlich auch sofort einen besorgen musste (auf meinem sind Pinguine mit Weihnachtsmützen).

Diese durften wir am letzten Schultag sogar als Alternative zur Schuluniform anziehen. Des Weiteren wurde auch bei uns an der Mädchenschule im Rahmen dieser ein Adventssingen veranstaltet, bei dem alle Schülerinnen in der Turnhalle versammelt gemeinsam verschiedene Weihnachtslieder sangen. Die Stimmung war super!

Wirklich anders wird es erst ab Heiligabend, denn dort passiert in Irland erstmal nichts Ungewöhnliches. Man geht gemeinsam essen, danach in den nächsten Pub, trinkt ein Guiness und fährt dann in Ruhe nach Hause.  Nichts mit Geschenken, Raclette oder Gottesdienst. Das alles passiert erst am 25. Dezember am Weihnachtsmorgen. 

Morgens standen wir alle gemeinsam auf und saßen morgens im Pyjama im Wohnzimmer, unterm Tannenbaum, und packten nacheinander Geschenke aus, was für mich der größte Unterschied zwischen Weihnachten in Deutschland und Irland war. Viele Songs singen ja darüber, dass Santa Claus nachts durch den Kamin kommt und Geschenke bringt, und zum ersten Mal in meinem Leben passte das tatsächlich auch. Glaubt mir, Geschenke auspacken morgens im Pyjama und Kuschelsocken ist großartig!

Nach den Geschenken gab es bei uns ein echtes irisches Frühstück. Also Kleine Würstchen, Baked Beans, Kartoffelpuffer, Toast, Spiegelei, Gegrillte Tomaten, echte irische Butter (die gesalzen ist) und natürlich “rashers” eine spezielle Form von Bacon.

Gefrühstückt wird lange, bis es schon Zeit ist zur Messe zu gehen. Über die kann ich euch nichts erzählen, da ich in einer der weniger katholischen Familien gelandet war.

Abends gab es dann ein richtiges Festessen. Ein ganzer Truthahn mit bread crumbs (eine bestimmten Füllung die wirklich lecker schmeckt), Kartoffeln/Kartoffelpüree, Applesauce (Schmeck wie feines selbstgemachtes Apfelmus), verschiedenes Gemüse(Rosenkohl, Möhren, Kohlrabi) und natürlich die Gravy (eine Sauce passend zum Truthahn). Alles vom feinsten und dank den ausgezeichneten Kochkünsten meiner Gastmutter so absolut lecker, dass mir beim Schreiben dieses Artikels bereits hungrig wird.

Bevor man allerdings isst, gibt es noch die sogenannten Cracker. Kleine Päckchen, die man immer zu zweit öffnet und die kleine(manchmal auch große) Geschenke enthalten. Man zieht mit seinem gegenüber, und derjeniger, der das größere Stück des Crackers in der Hand hält darf diesen behalten.

Unsere Cracker beinhalteten Spielkarten, Messlöffel, ein Nähset, Schokolade und natürlich jedes eine goldene Krone aus Papier. Nach dem Essen saßen wir noch stundenlang am Essenstisch und redeten bis in die Tiefe Nacht hinein.

Eine der schönsten Erinnerungen meines gesamten Auslandsjahr. Weihnachten in Irland.

(Text: Laura Isselhorst)

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