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Amerika: Das Land der Träume? – Reisebericht

Stefanie aus unserem Redaktionsteam war letztes Jahr für vier Wochen auf Reisen in Amerika. In ihrem Reisebericht möchte sie euch von ihren Erfahrungen in Amerika erzählen, wie sie sich gefühlt hat, was sie erlebt hat und auf die Frage eingehen, ob dieses Land hält, was es verspricht.

Der Flug

05:00 Uhr am Morgen. Mein Wecker klingelte und ich war sofort hellwach. Es geht nach Amerika! Mit Schwung und Aufregung war ich schon innerhalb 45 Minuten abfahrtsbereit und schon nach 4 Stunden saßen wir im Flugzeug. Ich bin schon oft geflogen in meinem Leben, aber diese Flüge waren mit Abstand die anstrengendsten die ich jemals hatte. Von Düsseldorf 2 Stunden bis nach London, dort umsteigen und 12 Stunden fliegen bis zum langersehnten Amerika. Doch unser erster Halt in North Carolina war auch nur ein Umstieg. Es fehlte noch eine Stunde und wir kamen endlich in Louisiana an, wo wir leider Gottes noch einmal umsteigen mussten. Mein erster Eindruck war jedoch nicht der Beste. Mit schlechter Laune, Hunger und total müde holte ich mein Gepäck ab. Und dann sah ich meine Tante und meinen Onkel. Beide eben seit 15 Jahren in Amerika und es ist schon Jahre her, als ich sie das letzte Mal gesehen habe. Die schlechte Laune verflog, alle bekamen Essen und wir fuhren zu ihrem Haus.
Es war 3 Uhr nachts als wir zuhause ankamen. Ich konnte es kaum erwarten ihr Haus zu sehen und meinen 2-jährigen Cousin kennenzulernen. Eine Stunde später ging es ins Bett und ich schlief 12 Stunden am Stück. Und am nächsten Tag fing es an mit dem Erkunden.

Mein Alltag und die Kultur

Das Haus meiner Tante und meines Onkels in Monroe

Das Haus war groß und hatte einen eigenen Pool- nichts ungewöhnliches für die Amerikaner, vor allem für die Südstaaten. Die Nachbarhäuser waren genauso einzigartig und groß gebaut- und sahen genauso aus wie im Film. Die Straßen sahen anders aus als die in Deutschland. Nur Autos und kaum Gehweg. Es kam mir vor als hätte jeder Amerikaner ein Auto. Und dann kam auch der erste wirkliche Kontakt mit Amerikanern. Voller Angst, Fehler zu machen, habe ich die ersten Male nur vor mich hin gestottert. Doch diese Angst legte sich mit der Zeit und ich merkte, dass es keinen Grund zur Sorge gab. Zum Teil passierte es mir zwar noch, dass ich beim anrempeln immer noch auf Deutsch „Entschuldigen Sie!“ sagte, dass bekamen aber nur wenige mit. Und nach einiger Zeit sprach ich automatisch Englisch. Die besten Gespräche hatte ich jedoch am Flughafen. Sowohl mit anderen Fluggästen, die dieselben Interessen wie ich geteilt haben, als auch mit den Flugangestellten, hat man gute Gespräche führen können und sich über vieles Verschiedenes austauschen können.

Aufstehen und Frühstücken, danach in den Pool bei 30 Grad und am Nachmittag mit der Familie etwas unternehmen: Das war mein Alltag. Fast jeden Tag führte uns mein Onkel oder meine Tante zu einem anderen Ort aus. Mal zu den verschiedensten Colleges, mal zu dem Zoo, ins Einkaufszentrum oder zu den Schulen, die mein Cousin bald besuchen wird. Man erklärte mir das Schulsystem, die Sportarten, das Leben. Mich hat alles begeistert. Die Menschen jedoch am meisten. Sie waren wirklich offen und gesprächig. Ich habe viele verschiedene und sehr interessante Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen geführt. Und die unterschiedlichsten Menschen kennengelernt.

Mein Eindruck

Amerika hat einen sehr großen Eindruck hinterlassen. Es hat sehr viel Spaß gemacht die Kultur kennenzulernen und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Einige der besten Momente in Amerika entstanden jedoch in Las Vegas, Alabama, New Orleans und dem Grand Canyon. Der Unterschied zu den gesammelten Eindrücken in Louisiana ist riesig. Die Familie wiederzusehen war aber trotzdem eines der emotionalsten und wichtigsten Augenblicke, da mit der Familie, Amerika nochmal komplett mit anderen Augen gesehen wird.

Alabama und New Orleans

Die Ausflüge auf meiner Amerika Reise waren die nach Alabama und nach New Orleans. Es war natürlich eine sehr lange Fahrt von Louisiana, Monroe bis nach Alabama, Orange Beach zu fahren. Durch Mississippi hindurch, 6 Stunden lang. Trotzdem hat es sich gelohnt. In Alabama waren wir jeden Tag am Strand und die verschiedenen Hotels besuchen. Mit der Familie hat es sehr viel Spaß gemacht und es war sehr entspannend, 3 Tage entweder am Strand oder in den verschiedenen, großen Pools zu schwimmen. Und auch hier lernte ich jede Menge neuer Leute kennen.

New Orleans bei Tag

Doch die Stadt die mich am meisten beeindruckte, war New Orleans. New Orleans ist aufbrausend, hat viele Menschen und Lichter und ist trotzdem kulturell und interessant. Ich habe die spannendsten Gespräche mit Menschen aller Art gehalten und
auch Fotos gemacht, bei der „Bourbon Street“ viele Ketten gefangen und mit den Straßenmusikern im „French Quarter“ zum Jazz getanzt.

New Orleans bei Nacht

New Orleans hat auch viel mit Voodoo Zauber zu tun, was natürlich auch sehr interessant war. Man hat viele Stände
gesehen, an denen man sich z.B. eine Trump Puppe holen konnte und an der was auch immer man möchte, praktizieren konnte. Abends, wenn es dunkel ist und alle Nachtmenschen rauskommen, konnte man alles sehen. Ich habe von nackten Brüsten bis zu
unglaublichen Kunststücken viele Sachen gesehen, die ich so schnell nicht vergessen werde. Es war wie im Film.

Auch das Essen in New Orleans, im ´“Monas Cafe“ war das Beste, was ich seit längerem gegessen habe. Die Bagels schmeckten himmlisch. Alle Staaten in denen ich war, haben mich beeindruckt und ich bin wirklich froh und dankbar, diese Möglichkeit gehabt zu haben.

Der Abflug und zurück in Deutschland

Sich von der Familie zu trennen ist hart. Ich wollte gar nicht zurück. Ich habe mich an Amerika gewöhnt und es lieben gelernt. Ich habe hier in Deutschland noch weiter automatisch auf englisch sprechen wollen und anstelle von „Entschuldigung“ permanent „Excuse me“ gesagt. Es hat auch eine Weile gedauert bis ich mich wieder daran gewöhnt habe, das andere Konversationen auf Deutsch und nicht auf Englisch hielten. Doch genau das ist es, was mir gezeigt hat, dass diese Reise sich gelohnt hat und mich geprägt hat. Sowas vergisst man nicht sehr schnell. Auch wenn es nur 4 Wochen waren, die ich dort verbracht habe, reichten diese aus, um mir ein unfassbares Bild davon zu machen. Amerika ist ein wirklich schönes Land, was vieles zu bieten hat. Vor allem jedoch haben mich die Menschen überzeugt, wieder dorthin zurückzukehren. Und das kann ich jedem anderen auch empfehlen.

(Text & Bilder: Stefanie Gericke)

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